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Die Ära des DJ´s?

Allgemeines


Aufgaben

Die Aufgaben eines DJ sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Musikgenre und Arbeitsstelle erheblich. Da ist einerseits der klassische Pop-DJ, wie man ihn aus Radio und Discos kennt. Er verdient oft seinen Lebensunterhalt mit dieser Tätigkeit und spielt Musik, je nach Geschmack des Publikums, aus einem breiten Spektrum von Genres und kennt im Idealfall die Charts der letzten Jahre.


Pop-DJ

Die Hauptaufgabe des Pop-DJ ist es, dem Publikum angenehme Musik zu servieren und es gut zu unterhalten. Daher legt er großen Wert darauf, eine ausgewogene Mischung beliebter Musik zu servieren und zu jeder Platte eine möglichst passende Folgeplatte zu finden, die sein Programm interessant hält. Technisch gesehen beschränkt sich seine Arbeit darauf, rechtzeitig die nächste Platte parat zu haben und einen fließenden Übergang zu dieser hinzubekommen; wichtiger als das technische Können ist das Vermögen, den Geschmack des Publikums vorauszuahnen bzw. die Stimmung des Publikums zu beeinflussen.


DJs von speziellen Musikrichtungen

Einen anderen Typ DJ findet man auf Techno-, House-, Goa- oder Junglepartys: Er ist Spezialist für einen bestimmten Musikstil.

Er sollte alle wichtigen Produzenten „seiner“ Musik kennen und wissen, unter welchen Pseudonymen sie für welches Label welche Tracks gemacht haben. Viele dieser DJs kaufen und hören sich wöchentlich Neuerscheinungen im Plattenladen an oder bestellen sich über einen virtuellen Record-Shop ihr Vinyl. Bekannte DJs werden auch von den Produzenten direkt mit einem Dubplate versorgt.

Dieser DJ zielt darauf ab, die hypnotische Wirkung seiner Musik durch seine Auflegetechnik zu maximieren und auch bestehende Rauschzustände zu intensivieren. Dazu verwendet er das Beatmatching, um alle seine Platten in der selben Geschwindigkeit abzuspielen. Er nimmt sich viel Zeit, um mit Hilfe des Crossfaders und vor allem auch der Equalizer seines Mixers zu verschleiern, welche Teile der zu hörenden Musik von welcher Platte stammen. Goa-DJs traten in den frühen Zeiten sogar einfach mit zwei DAT-Geräten auf, die jeweils vierstündige am Computer vorbereitete Mixe abspielten. Heute jedoch mixen DJs im Bereich der elektronischen Musik hauptsächlich mit Plattenspielern, im Fachjargon auch Turntables genannt. Diese sind üblicherweise mit einem Direktantrieb ausgestattet, da ein Riemenantrieb durch das Ausleiern der beanspruchten Riemen und durch die hohen Gleichlaufschwankungen das Angleichen der Tracks erschwert. Als Referenz werden immer noch die seit den 70er-Jahren produzierten Turntables von Technics angesehen, die wegen ihrer Haltbarkeit und der hohen Qualität bei DJs sehr beliebt sind. Bei Hip Hop-DJs ist es üblich, dass sie die Plattenspieler seitlich hinstellen, damit der Tonarm beim Scratchen nicht stört (siehe Bild).


DJs des Turntablism und Hip Hop

Wieder ein völlig anderer Typus von DJ ist vor allem im Umfeld des Hip Hop und besonders des Turntablism zu finden – die Grenzen sind fließend. Hier wird das Auflegen vor allem als kreatives Ausdrucksmittel angesehen und viel Wert auf technische Beherrschung des Instruments Plattenspieler gelegt. Besonders Beatjuggling und Scratching stehen hoch im Kurs. Das DJing ist ein zentraler Bestandteil der Hip-Hop-Kultur und gilt als eines der vier Elemente des Hip Hops (DJ, MC, Breakdance und Graffiti)

Ein wichtiger Faktor der Motivation der DJs in diesem Bereich ist die Competition, der Wettbewerb untereinander. Auf so genannten DJ-Battles treffen sich DJs, um unter den Augen einer Jury ihr Können zu beweisen. Eine rege Szene beschäftigt sich damit, selbst aufgenommene Mixes, Cuts und Scratches als MP3s über das Netz auszutauschen und sich untereinander zu messen.


Kritik an den unterschiedlichen DJ-Typen

Insbesondere in den bekannten DJ-Internet-Foren ist es häufig zu beobachten, dass die Pop-DJs die Techno- und HipHop-DJs niedermachen, noch weitaus häufiger aber umgekehrt die Pop-DJs von den Szene-DJs regelrecht beschimpft werden. Das ist allerdings völlig unberechtigt. Die Begründung sehen die Szene-DJs meist in der Tatsache, dass der Pop-DJ quasi keine Mixtechniken (z. B. Angleichen von Tempi) erlernen muss, sondern einfach nur die Start-Taste am CD-Player drückt. Außerdem sind naturgemäß Pop, Ballermann-Schlager, Oldies usw. musikalisch einfacher strukturiert als die elektronischen Richtungen. Unterschätzt wird dabei oft, dass die Pop-DJs oft vorher nicht wissen, was die Partygäste am Abend hören wollen, und daher ein viel größeres Repertoire dabei haben und kennen müssen. Während Szene-DJs im Allgemeinen bessere Mixtechniken beherrschen, verfügen viele Pop-DJs über die für sie essentielle Fähigkeit zur Moderation einer Veranstaltung.


Werkzeuge

Die wichtigsten Werkzeuge des DJ sind seine Plattenspieler oder auch CD-Player und sein Mischpult, hier auch gerne Mixer genannt. Kultstatus haben dabei die Plattenspieler 1200 und 1210 (MK-II) des Herstellers Technics erlangt, da sie sehr stabil gebaut sind und eine niedrige Defektanfälligkeit besitzen. Wie alle Plattenspieler für den DJ-Bereich sind sie pitchbar (d. h. die Geschwindigkeit ist stufenlos verstellbar, meist um bis zu ± 8 %) und durch den kräftig motorisierten Direktantrieb in der Lage, eine abgebremste Platte in kurzer Zeit wieder auf die eingestellte Geschwindigkeit zu beschleunigen. Diese Eigenschaften sind für einen professionellen DJ unentbehrlich.

„Moderne“ Medien wie CD, MiniDisk oder der PC werden immer mehr im DJing eingesetzt. Dazu gibt es Software, die sich über Adapter und andere Systeme auch mit Plattenspielern benutzen lassen. Final Scratch ist ein wichtiger Vertreter. Die DJ Equipment Produzenten entwickeln auch verstärkt an CD-Playern, die immer mehr die Eigenschaften von Plattenspielern teilen. So gibt es inzwischen scratchfähige CD-Player wie den Vestax CDX-05, der z.B. einen Vinyl-Filter enthält mit dem CDs wie alte Platten klingen sollen.

An den Mixer werden von DJs besondere Anforderungen gestellt, die allerdings je nach Mixstil (und damit meist auch musikabhängig) deutlich variieren. Eine Vorhörmöglichkeit ist unabdingbar. Allgemein erwünscht sind auch leichtgängige Fader und wegen der hohen Abhörlautstärke Rausch- und Störarmut.

Im Techno und House wird wert auf einen sauber klingenden und mächtigen Equalizer gelegt, so dass beispielsweise eine Bassdrum komplett ausgeblendet werden kann. In diesem Bereich sind Mixer mit recht vielen Features – wie beispielsweise einem eingebauten Beatcounter – gefragt.

Beim Hip Hop ist dagegen wichtig, dass der Mixer robust ist und möglichst wenig Verschleiß zeigt, da er eine deutlich rauhere Behandlung vertragen muss. Hier sind nur dreikanalige (zwei Plattenspieler, ein Mikrophon) Standard. In der oberen Preisklasse sind Mixer mit komplett berührungslos arbeitenden Fadern erhältlich.


Bekannte DJs

Armin van Buuren, Chris Liebing, DJ Hell, DJ Hype, DJ Krush, DJ Premier, DJ Rush, DJ QBert, DJ Shadow, DJ Tomekk, D-Styles, Grandmaster Flash, Jam Master Jay, Kool DJ Herc, Mixmaster Mike, Paul van Dyk, Sven Väth, Talla 2XLC, Tiësto, Timo Maas, Westbam

Siehe auch: Liste von DJs


Geschichte


DJs im Rundfunk

Die Entwicklung der DJ-Kultur nahm ihren Anfang mit dem Aufkommen von Musiksendungen im Rundfunk. Einer der bedeutendsten Pioniere war der Amerikaner Alan Freed, der als erfolgreichster DJ der Rock'n'Roll-Ära gilt und den Begriff selbst entscheidend mitgeprägt hat.

Deutschlands erste DJs waren z.B. Günter Discher, und der Engländer Chris Howland: Dieser legte einmal die Woche im Radio auf und ist auch heute noch mit seinem Spitznamen, Mr. Pumpernickel, deutschlandweit bekannt. In den 1950er Jahren erklang seine Erkennungsmelodie „Melody Fair“ von Robert Farnon aus dem UKW-Studio des WDR. Millionen Menschen saßen vor dem Radio und lauschten dieser beliebten Sendung, in der locker geplaudert wurde und hemdsärmelig das gewisse Etwas auf den Hörer übersprang. Chris Howland war auch derjenige, der in seiner natürlichen Art als Vorreiter in einem deutschen Sender galt. Hunderte Funk-Disc-Jockeys folgten ihm im Laufe der Jahre.

Die damals „Großen“ mit Rundfunk- und Fernsehkarriere waren Camillo Felgen, Chris Howland, Dieter Thomas Heck, und in den folgenden Jahren Frank Laufenberg. Der wohl weltweit bekannteste und einflussreichste Radio-DJ war der Brite John Peel.

Heute werden DJs im Rundfunk meist Moderatoren genannt. In einigen Sendungen beschränkt sich deren Arbeit inzwischen nur noch auf die Ansagen, während ein anderer Techniker von einem Computer aus die Musikauswahl bestimmt.


DJs in Diskotheken

Der Aachener Klaus Quirini war dagegen weltweit der erste Disc-Jockey in einer Discothek, dem Scotch Club. Er war auch der „Motor“ in der Anfangszeit dieser Bewegung und machte mit seinen Verbänden der Deutschen Disc-Jockey Organisation DDO und Deutsche Discotheken-Unternehmer DDU die Tanzbetriebe mit der Schallplatte rund um den Erdball gesellschaftsfähig.

Die Discotheken in Europa und später auch in anderen Teilen der Welt wurden Kopien seiner Initiative. Anfänglich wurden sie bekämpft, da die Live-Musiker, die davor die Beschallung in Tanzlokalen übernommen hatten, um ihre Einkünfte fürchteten. Waren die Tonträger früher oft Eigentum der Diskothek, so sind diese heute meist im Besitz des einzelnen DJs.


DJs in der DDR

In der DDR wurden DJs zur Vermeidung des englischen Begriffes als "Schallplattenunterhalter", umgangssprachlich auch als "Schallplattenalleinunterhalter" oder kurz als SPU bezeichnet. Jeder zukünftige SPU musste dazu einen Eignungstest bestehen und einen einjährigen speziellen Grundlehrgang mit anschließender staatlicher Prüfung bei dem dafür zuständigen Kreis- bzw. Stadtkabinett für Kulturarbeit durchlaufen. Nur der „staatlich geprüfte Schallplattenunterhalter“ durfte Tonträger vor einem größeren Publikum spielen und musste regelmäßig an Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen. Mitte und Ende der 80iger Jahre wurde der Begriff „Disko-Moderator“ geprägt.


Die Revolution der 1970er Jahre

In den 1970er Jahren, mit Aufkommen der Disco-Music in den USA, veränderten sich bald die Techniken der DJs. Statt der Ansagen wurden rhythmische Elemente bestimmend, es entstanden die ersten Club-Mixe, die verlängerte Versionen der Songs waren. Die DJs begannen, die Beats der verschiedenen Songs mit der selben Geschwindigkeit, also kaum merklich, ineinanderzumixen, was in der Szene der Elektronischen Tanzmusik bis heute Usus ist.

Auch die Kultur des Hip Hop hatte einen großen Einfluss auf diesen Wandel. Die Plattenspieler verwandelten sich vom bloßen Abspielgerät zum Musikinstrument, der Backspin und das Scratching entwickelten sich zu neuen Möglichkeiten in der DJ-Technik, die maßgeblich die neuen Musikrichtungen beeinflussten. Der Backspin bot z.B. die Möglichkeit, eine einzige rhythmische Passage unendlich oft zu wiederholen, so dass Plattenspieler als günstige Alternative zu Samplern eingesetzt werden konnten.


Technik

* Beatmatching – das Synchronisieren zweier Platten
* Beatjuggling – die Benutzung einer Platte als Rhythmuseinheit
* Scratching – die Benutzung einer Platte als Solo-Instrument
* Backspinning – das Zurückziehen oder -drehen einer Platte



Musikrichtungen, bei denen DJs eine zentrale Rolle spielen

* Hip Hop
* Techno
* Trance
* House
* Hardcore Techno
* Drum and Bass
* Dancehall
* Ragga
* Dub
* Breakbeats
* Electro
* Hardstyle
* Goa
* Hardtechno
* Minimal Techno
* Schranz
* Breakcore



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